Impuls zum Schulstart der Sekundarstufe

Zuletzt aktualisiert: Sonntag, 22. September 2019

Am Freitag, den 13. September feierten die Klassen 2-10 der Lindenrain-Schule ihre Schuljahresanfangsgottesdienste in der Gemeindehalle Ebhausen.
Anbei der Impuls zum Schulstart der Sekundarstufe.

 

Liebe Schulgemeinschaft,

als ich das letzte Mal hier oben stand, am Schuljahresende im Juli, habe ich euch von Erinnerungen und Wünschen erzählt und davon, dass sie in guten wie in herausfordernden Zeiten mit uns gehen, da sie stets ein Teil von uns sind. Wir haben einen Ausblick gewagt auf das kommende Schuljahr, das am Mittwoch für die meisten von euch begonnen hat. Nun ist es da und die Veränderungen, die ich angesprochen hatte, sind nun sichtbar. Schülerinnen und Schüler haben die Schule verlassen und sind nun in Ausbildung und Beruf. Aus zwei 9. Klassen ist eine große 10. Klasse geworden. Neue Mitschülerinnen und Mitschüler sind jetzt Teil eurer Klassengemeinschaft und werden mit euch neue Erinnerungen schaffen. Neue Lehrerinnen sind für euch im Einsatz und natürlich nicht zu vergessen, unsere neuen Fünftklässler, die wir gestern begrüßen durften und die gerade ihren zweiten Tag beginnen.
Wie jedes Jahr ist vieles neu aber wie jedes Jahr ist auch vieles Vertraute noch da. Und das ist gut so, denn das gibt uns Sicherheit und verbindet uns. Warum ist das überhaupt wichtig?
Wir haben ein gemeinsames Ziel. Wir wollen hoch hinaus. Ihr wollt hoch hinaus und eure Lehrer wollen, dass ihr hoch hinaus gehen könnt und eure Ziele erreicht. Die Schule insgesamt möchte hoch hinaus und sich weiterentwickeln, nicht zuletzt durch einen Schulneu-und Umbau. Unser Schulmotto drückt genau dies aus mit den Worten „Gemeinsam lernen-gemeinsam wachsen“.
Die Fünfer gehen jetzt ihre ersten Schritte und die 9er und 10er sind schon weit gekommen und gehen bereits in großen Schritten auf den Höhepunkt ihrer Schulzeit zu.
Hört sich nach einem Spaziergang an- ist aber keiner. Wissen wir alle. In den kommenden Monaten wird es immer wieder Momente geben in denen ihr extra Meter werdet gehen müssen um etwas zu erreichen, in denen Fehler gemacht werden, die prägen werden, es wird keine Zeit für Pausen geben und die Luft wird an mancher Stelle auch mal raus sein. Ihr werdet versuchen Ausreden zu finden warum ihr euch dem Abgrund jetzt nicht stellen wollt - obwohl ihr eigentlich wisst- aufgeben dürft ihr nicht. Puh. Was ein demotivierendes Bild. Aber verschweigen brauchen wir es auch nicht, oder?
Was tun also? Wie wäre es, wenn wir bei einem Abgrund einfach nicht nach unten sehen sondern Anlauf nehmen und die Hürde nehmen? Wenn uns die Luft ausgeht aber wir trotzdem noch 1000 Schritte weiter gehen?
Warum wir das versuchen werden und wie das gehen soll? Eben gerade wegen der Erinnerungen, Wünsche und Ziele, die uns verbinden. Und das ist auch der Weg wie wir es schaffen, dass jeder einzelne von euch hoch hinaus gehen kann. Wir, sind hier eben nicht alleine. Wir, das sind von Klasse 5 bis 10 rund 200 Schülerinnen und Schüler plus ihre Lehrerinnen und Lehrer.
Als Schulgemeinschaft wollen wir einander achten und das fängt schon bei der Sprache an, wie wir miteinander reden.
Als Schulgemeinschaft wollen wir einander helfen mit unseren Fähigkeiten und Besonderheiten, die wir für andere einsetzen können, damit keinem die Luft ausgeht und wir alle noch 1000 Meter mehr gehen können.
Wir wollen gemeinsam unsere Abgründe überwinden und gemeinsam hoch hinaus.
Indem wir unser Schulmotto verwirklichen und gemeinsam lernen und wachsen, sind wir angehalten die Goldene Regel, die es nicht nur im Christentum sondern auch in anderen Weltreligionen gibt, zu leben. Wir behandeln unser Gegenüber so, wie wir behandelt werden möchten. Wir lieben unseren Nächsten so, wie uns selbst.
Das ist der Kern der Botschaft an die wir glauben.
Was wir dazu brauchen ist den Glauben daran, dass wir durch dieses Verhalten unser Leben und das unserer Mitmenschen verbessern können. Und wir brauchen Geduld. Geduld mit den ganzen nervigen Eigenschaften der anderen, Geduld wenn etwas nicht sofort so gelingt wie wir es wollen und Geduld mit uns selber. Denn man kann andere nicht mögen, wenn man unzufrieden mit sich selbst ist.
Aber da Bilder mehr sagen als 1000 Worte, habe ich euch ein Video mitgebracht, das zeigt, wie weit wir schon gemeinsam gekommen sind und wie hoch hinaus wir gemeinsam noch gehen können.
In diesem Sinne wünsche ich uns ein friedliches und erfolgreiches Schuljahr.
J. Rothfuß