Lindenrain-Schule, Grund- Gemeinschaftsschule
Hauptbereich
Projektunterricht der Fünftklässler
Um das Gelernte nachhaltig zu vertiefen, wählten die Schülerinnen und Schüler einen praxisorientierten Workshop, der Geschichte lebendig werden ließ. Dabei konnten sie sich zwischen zwei spannenden Schwerpunkten entscheiden: dem Bau steinzeitlicher Wohngebäude oder dem Ritus der steinzeitlichen Höhlenmalerei. In beiden Workshops standen neben den historischen Grundlagen vor allem das eigenständige, praktische Arbeiten und das gemeinsame Erleben im Vordergrund.
Im Workshop zum Hausbau setzten sich die Kinder intensiv mit den unterschiedlichen Techniken steinzeitlicher Behausungen auseinander. Mit Materialien wie Holz, Seegras und Lehm lernten sie, wie Wände stabilisiert und isoliert wurden. Schnell wurde deutlich, wie anspruchsvoll diese Arbeit war: Nur durch Zusammenarbeit in Kleingruppen – beim gemeinsamen Weben, beim Stabilisieren der Konstruktionen und beim Vorbereiten des Lehms – konnten die Häuser entstehen. Dabei waren Durchhaltevermögen, Kreativität und Teamgeist gefragt. Auch wenn es zwischendurch immer wieder anstrengend wurde und hier und da ein Stöhnen zu hören war, überwog am Ende der Stolz auf das gemeinsam Geschaffene. So erfuhren die Schülerinnen und Schüler ganz unmittelbar, wie wichtig Kooperation und gegenseitige Unterstützung schon in der Steinzeit waren.
Im Workshop zur Höhlenmalerei begaben sich die Schülerinnen und Schüler auf die Spuren früher Künstlerinnen und Künstler der Steinzeit. Zunächst setzten sie sich mit der Bedeutung prähistorischer Wandmalereien auseinander: Warum hinterließen Menschen Bilder von Tieren, Jagdszenen oder geheimnisvollen Zeichen tief im Inneren von Höhlen? Welche Materialien standen ihnen zur Verfügung? Anschließend wurde es praktisch. Mit selbst angerührten Farben aus Lebensmitteln, Gewürzen, Kohle und Wasser experimentierten die Schülerinnen und Schüler und probierten verschiedene Auftragstechniken aus – mit Pinseln, Naturmaterialien oder auch mit den Händen. Dabei entstanden eindrucksvolle Tierdarstellungen, Jagdszenen und Symbolbilder. Besonders faszinierend war es für viele, mit einfachen Mitteln große Wirkung zu erzielen und zu erleben, wie aus natürlichen Farben lebendige Bilder wurden. Die Konzentration auf Formen und Bewegungen sowie das bewusste Arbeiten mit reduzierten Farbmitteln ließen die Kinder erahnen, unter welchen Bedingungen Menschen in der Steinzeit kreativ waren. Neben historischem Wissen entwickelten sie dabei ein Gespür für Ausdruck, Symbolik und die verbindende Kraft von Kunst. So verband der Workshop kognitives Lernen mit kreativem Gestalten und emotionalem Erleben – ganz im Sinne eines Lernens mit Kopf, Herz und Hand.
Der Projektunterricht zeigte eindrucksvoll, wie Lernen durch praktisches Tun nicht nur Wissen vermittelt, sondern auch soziale Kompetenzen stärkt – und dabei jede Menge Begeisterung weckt.




